Dienstag, 10. Juli 2007

INSPIRE Arbeitsprogramm veröffentlicht

Die Entwicklung und Umsetzung von INSPIRE folgt einem dreistufigen Arbeitsprogramm, dass aus den folgenden Phasen besteht:

* Vorbereitung (2005-2006)
* Übergang (2007-2009)
* Umsetzung (2009-2019)

Das INSPIRE team hat am 16. May 2007 das Arbeitsprogramm für die Übergangsphase der Jahre 2007 bis 2009 veröffentlicht. In dieser Übergangsphase sollen vor allem die Umsetzungsregeln für die INSPIRE Richtlinie erarbeitet werden.

Freitag, 6. Juli 2007

Schweizer Nationalrat verabschiedet Geoinformationsgesetz

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates hat das Geoinformationsgesetz einstimmig angenommen.
In der Wintersession 2007 des Nationalrats müssen noch kleine Differenzen bereinigt werden. Damit wird das Gesetz voraussichtlich ab dem 1. Juli 2008 in Kraft treten. Gleichzeitig werden auch mehrere Verordnungen zum Geoinformationsgesetz in Kraft treten. Die Verordnung über den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen wird zurzeit erarbeitet und dürfte ab 2009 in Kraft treten.

Die Nationale Geodaten-Infrastruktur der Schweiz wird zurzeit im Rahmen des Programms e-geo.ch von Bund, Kantonen, Gemeinden und Privaten aufgebaut. Dank der Vernetzung und einfachen Zugriffsmöglichkeiten sollen Geoinformationen vermehrt genutzt werden und ihren volkwirtschaftlichen Nutzen entfalten. In der EU läuft das Projekt INSPIRE, an dem auch die Schweiz beteiligt ist. Die EU die Richtlinie mit dem Titel “INSPIRE - Infrastructure for Spatial Information in Europe” ist die juristische Grundlage zum Aufbau einer Europäischen Geodateninfrastruktur und gibt Vorgaben für die nationalen Geodateninfrastrukturen der EU-Länder. Sie wird auch für die Schweiz nicht ohne Konsequenzen bleiben, auch wenn die Schweiz kein EU-Mitglied ist. Mit der Richtlinie ergeben sich aber auch zahlreiche Möglichkeiten für Schweizer Experten, Ingenieurbüros, Dienstleister, Daten- und Systemanbieter, ihre Produkte und ihr Know-how auf dem europäischen Markt zu platzieren.

Das neue Geoinformationsgesetz soll sicherstellen, dass geographische Informationen über das Gebiet der Schweiz für eine breite Nutzung und zu angemessenen Kosten zur Verfügung stehen. Auf nationaler Ebene sollen verbindliche bundesrechtliche Standards für die Erfassung, Modellierung und den Austausch von Geodaten festgelegt werden. Das neue Gesetz hat zum Ziel, die Wertschöpfung aus Geodaten zu verbessern.

Weitere Informationen unter: e-geo.ch

Mittwoch, 4. Juli 2007

Review der PSI Richtlinie hat begonnen

Die Europäische Kommission hat die Ausschreibungsunterlagen für die erste Stufe der geplanten Revision der PSI Richtlinie über die Umsetzung und die Auswirkungen der Richtlinie 2003/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors veröffentlicht.

Unter dem Titel "Assessment of the reuse of public sector information (PSI) in the geographical (cartographic-mapping and cadastral) information, meteorological information and legal information sector" hat die Europäische Kommission die Revision nun begonnen.

Die Ausschreibungsunterlagen können bis zum 26. August 2007 angefordert werden. Ausschreibungsschluss ist der 7. September 2007.

Was ist PSI?

Öffentliche Stellen erfassen und besitzen große Mengen an Informationen, die von finanziellen und geografischen Daten bis zu touristischen Informationen reichen. Sie könnten als Ausgangsmaterial für neue Informationsprodukte und -dienste dienen, deren wirtschaftlicher Wert in der Europäischen Union auf 68 Milliarden Euro geschätzt wird (vgl MEPSIR study (2006)) und damit mit Branchen wie z.B. juristischen Dienstleistungen und dem Druckereiwesen vergleichbar wäre. Das Potenzial von Informationen des öffentlichen Sektors wird derzeit aufgrund rechtlicher und praktischer Hindernisse nicht ausgenutzt.

Ziel der Richtlinie 2003/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors (Abl Nr. L 345 vom 31.12.2003 S. 0090 – 0096, auch kurz „PSI-Richtlinie“ - nach dem englischen Titel „Re-use of Public Sector Information - genannt", ist ein Abbau der Barrieren, denen sich die europäischen Anbieter von Inhalten bei der Entwicklung einer neuen Generation von Informationsprodukten und -diensten anhand von Informationen des öffentlichen Sektors gegenüber sehen. Damit sollen Wettbewerbsnachteile, die Unternehmen aus der EU gegenüber ihren amerikanischen Konkurrenten haben, die sich auf ein hoch entwickeltes, gut funktionierendes System öffentlicher Informationen stützen können, ausgeglichen werden. Die digitale, wissensgestützte Wirtschaft ist eine wesentliche Triebkraft für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung und verbessert gleichzeitig die Lebensqualität europäischer Bürger. Die Richtlinie hat sich damit die zentrale Aussage des Aktionsplanes eEurope 2002 (Aktionsplan eEurope 2002 „Eine Informationsgesellschaft für alle“, KOM (2000) 330) zum Ziel gemacht. Die vorliegende Richtlinie ist Teil dieses Aktionsplanes und soll zur Erreichung seiner Ziele beitragen, insbesondere in den Bereichen elektronische Behördendienste und digitale Inhalte.

Unterschiedliche Regeln und Praktiken in den Mitgliedstaaten in Bezug auf Gebühren, Antwortzeiten, Ausschließlichkeitsvereinbarungen und die generelle Verfügbarkeit von Informationen zur Weiterverwendung machen es den Unternehmen zunehmend schwer, europaweit Produkte zu entwickeln (vgl Europäische Kommission vom 24.20.2001, IP/01/1481). Um den Rechtsrahmen für die Nutzung von Informationen des öffentlichen Sektors auf einem Mindestniveau anzugleichen, werden in der Richtlinie vor allem Grundsatzfragen wie lauterer Handel, Gebühren und Antwortzeiten geregelt. Die Umsetzung der Richtlinie hat bis 1. Juli 2005 zu erfolgen und wird vor 1. Juli 2008 von der Kommission überprüft.

Die Kombination von PSI und neuer Informations- und Kommunikationstechnologie schafft vielfältige Möglichkeiten für die weiterführende Nutzung dieser Information.

Eine frühere Studie der Kommission aus dem Jahr 2000 durch PIRA International Ltd. beziffert den ökonomischen Wert von PSI in Europa auf 68 Milliarden EUR. Die Studie kann alsExecutive summary (PDF file) oder Final report (PDF file)heruntergeladen werden.


Die Europäische Kommission betreibt ein Web Portal on Public Sector Information (Access and Re-use) mit Themen wie: PSI Directive, Implementation, PSI Group, Practices in Member States, PSI Projects.

Das Portal ist ein funktionierendes Beispiel eines ClearingHouse, das auch zur Umsetzung der Umweltinformationsrichtlinie (2003/4/EC) eingesetzt werden könnte.